Seit Oktober letzten Jahres sind Einreisen in die USA deutlich kostspieliger geworden. Wir berichteten damals über die drastische Erhöhung der Gebühren für die elektronische Reisegenehmigung (ESTA) und über die Einführung der Visa Integrity Fee (Visa-Integritätsgebühr) für längere Aufenthalte. Künftig könnte die Einreise nicht nur teurer, sondern auch noch äußerst ungemütlich werden.

Grund dafür sind Pläne, Aktivitäten in sozialen Medien als so genanntes obligatorisches Datenelement in das elektronischen Reisegenehmigungssystem (ESTA) aufzunehmen. Im Klartext: Wer z.B. auf Plattformen wie X, Facebook oder Instagram aktiv ist, hat seine Aktivitäten der letzten fünf Jahre offenzulegen, wenn er über das Visa Waiver Program (VWP) mit ESTA-Antrag in die USA einreisen möchte. Die Pläne haben hohe Wellen geschlagen und für viel Verunsicherung gesorgt. Wir bringen Licht ins Dunkel; Was gilt bisher und was künftig?

    Überblick:
    Was gilt bisher?
    Was ist jetzt geplant?
    Wann kommen die Verschärfungen?


Was gilt bisher?

Bisher müssen Deutsche und viele andere Europäer, die das Visa Waiver Program, das Aufenthalte von bis zu 90 Tagen ohne Visum ermöglicht, nutzen, keine Daten ihrer Social-Media-Konten angeben. Solches ist beim ESTA-Antrag freiwillig.


Anders verhält es sich schon jetzt bei visumspflichtigen Reisenden, die sich z.B. als Studenten oder Arbeitnehmerinnen längerfristig in den USA aufhalten wollen. Bei ihnen werden bereits seit 2019 zwingend die Social Media Aktivitäten abgefragt.

Mitte 2025 folgte speziell für Studenten-Visa eine weitere Verschärfung: Antragsteller müssen seitdem ihre Social-Media-Profile öffentlich zugänglich machen.

 


Was ist jetzt geplant?

Nach Plänen der U.S. Customs and Border Protection sollen künftig auch Reisende, die kein Visum brauchen, beim ESTA Antrag verpflichtend die Daten ihrer Social-Media-Konten und Aktivitäten der letzten fünf Jahre angeben (Executive Order 14161, "Protecting the United States From Foreign Terrorists and Other National Security and Public Safety Threats"). Abgefragt werden außerdem persönliche Informationen, wie Telefonnummern und E-Mail-Adressen der letzten Jahre, biometrische Daten und Angaben zur Familie.

Wann kommen die Verschärfungen?

Die Pläne wurden im Dezember 2025 im Federal Register der U.S. Customs and Border Protection veröffentlicht. Sodann lief eine 60-tägige Frist für Kommentare und Einwände, die im Februar endete. Das eingegangene Feedback soll nun binnen zwei Monaten erörtert und geprüft werden. Der Entwurf wird dann ggf. unter Berücksichtigung relevanter Kommentare noch einmal überarbeitet. Realistisch ist ein Inkrafttreten der Neuerungen bis zum Sommer dieses Jahres. Vorsorglich sollten deshalb alle, die eine USA-Reise planen, ihre Social Media Konten sichten und ggf. bereinigen.